Schulserver

Würde man sich in das Ökosystem von Apple, Google, Microsoft oder gar Facebook/WhatsApp begeben, es vielleicht noch um Dropbox erweitern, dann wäre das Arbeiten als Lehrkraft und auch die Zusammenarbeit mit anderen Lehrkräften, Eltern und SchülerInnen eigentlich ganz komfortabel.

Aber eben nur „eigentlich“. Es würden dennoch viele Funktionen fehlen. Zudem wären die Ansprüche an den Datenschutz meistens nicht erfüllt.

Was ist also die Lösung? Eine Kombination aus verschiedenen Online-Diensten wird einige Anforderungen an Schule erfüllen. Beispielsweise kann ein Etherpad relativ einfach gestartet und eingesetzt werden. In Niedersachsen bietet das NLQ eine, sagen wir, Mini-Version eines Schulservers, genannt nline, an. Und mit einem WordPress-Blog (z.B. vom NLQ) kann man einen Schulkalender gleich in die eigene Website einbinden.

Ein „großer“ Schulserver vermag da schon mehr Abhilfe. In Norddeutschland ist der Marktführer bei Schulservern vermutlich die Firma IServ aus Braunschweig. Dennoch läuft in Hannover seit einigen Jahren ein Pilot-Projekt mit WebWeaver von DigiOnline in Kombination mit Univention UCS@school. Auf der Didacta 2018 in Hannover haben sich diverse weitere Player auffällig ins Spiel gebracht, z.B. schul.cloud von heinekingmedia, IST Lernen (u.a. XINIS/XSCHOOL/winSCHOOL), uvm.

Kürzlich befragte ich KollegInnen, was sie an ihrem Schulserver am meisten vermissen würden, wenn sie keinen hätten. Die Anworten waren einhellig:

  • „Einfachheit der Kommunikation“
  • „Kommunikation! Mails, Rundmails“
  • „Die Kommunikation mit den Kollegen und auch mit den SuS“
  • „… unkomplizierter Austausch von Dateien/Material/Infos geordnet nach Jahrgängen, Klassen, Fachgruppen“
  • „Die gemeinsam genutzten Dateien aus meinen Fachbereichen“
  • „Das Buchen von Räumen/Medien“
  • „Das digitale Klassenbuch.“
  • „Ihr habt kein ISERV?!?
    Oh Gott… Das hatte ja sogar schon meine Ausbildungsschule auf dem platten Land vor sieben Jahren [2011] 😉 „

Hier sind einige Dinge zusammengetragen, die ein Schulserver bieten sollte/könnte. Die Antworten der KollegInnen wurden hier berücksichtigt und die Liste ergänzt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Datei Austausch
+ gemeinsam genutzte Dateien im Fachbereichen (zB Englisch)+ Virtuelle Klassenräume (Austausch von Dateien, Medien, Arbeitsergebnissen, etc)
+ Virtuelle Klassenräume (Austausch von Dateien, Medien, Arbeitsergebnissen, etc)
+ Dokumenten Server

Kommunikation
+ mit den KollegInnen (KuK) und auch mit den SuS
+ E-Mail (lebenslange Adresse für SuS/KuK von Anfang an!)
+ Messenger (WhatsApp Ersatz)
+ Adressbuch
+ Forum
+ Digitales schwarzes Brett

Orga
+ digitales Klassenbuch
+ Vertretungsplan
+ Buchen von Räumen/Medien/Laptops/Tablets/Tastaturen/+ Kalender (öffentlich, nicht-öffentlich) mit Klausurplan, Ausflügen, Veranstaltungen

Unterricht
+ Aufgaben, Hausaufgaben, Projekte+ Kollaboration (vgl. Etherpad, Google Docs)
+ Bildungs-Apps/Programme
+ Online Medien
+ Prüfungsmodus
+ Drucken

Administration
+ Steuerung von Tablets (MDM)
+ Benutzer Verwaltung
+ Software Verteilung, s.o.