Mobiles Lernen – Schule lernt IT: Entwicklung und Transformation des Unterrichts in der Schule im Zuge der Digitalisierung (wird ständig weiterbearbeitet)

Disclaimer: Inspiriert von David Tepaße und dem Gymnasium Harsewinkel, et.al

1 Überblick und Ziele

  • Einsatz von Tablets in der Schule
  • Ausstattung aller beteiligten Lehrkräfte und eines kompletten Jahrgangs (aufsteigend ab Jahrgang 7) mit Tablets zum Einsatz im Unterricht und Zuhause.
  • Naivem Umgang mit Medien der Schüler/innen (SuS) begegnen.
  • Geeigneten Medieneinsatz und selbstbewussten sowie selbstbestimmten Medienumgang fördern.
  • Verbesserung der Methodenvielfalt im Unterricht.
  • Der Unterricht wird in manchen Bereichen anschaulicherer.
  • Individualisierung des Unterrichts sowie höherer individualiserter Lernerfolg
  • Verbesserung der Motivation der SuS.
  • Fachcurricula, die den Einsatz mit Medien erfordern sowie dem regionalen Medienkompetenzrahmen gerecht werden.
  • Identifikation der gesamten Schule (SuS, Eltern, Kollegium, Schulträger) mit der Transformation zum mobilem Lernen.
  • Intensivierung der Zusammenarbeit und Kooperation im Kollegium generell sowie speziell bei der Konzeption und Reflexion des Unterrichts. Materialien werden ausgetauscht, Lernen der Klasse über die Fächer hinaus.
  • Lehrkräfte können Vertretungsaufgaben direkt Schüler/innen zur Verfügung stellen.
  • SuS können mit den Materialien Zuhause direkt weiterarbeiten.
  • SuS können Arbeitserfolge ihren Eltern direkt spiegeln.
  • Das Modell Flipped Classroom ist gut umsetzbar.
  • Erklärvideos können gemacht werden: Fördert das Lernen durch die Notwendigkeit Wissen erklären zu müssen.

2 Finanzierung

Bisher zahlen die Eltern einen monatlichen Betrag von zehn Euro auf drei Jahre gerechnet. Dies beinhaltet die Finanzierung der Tablets inklusive Hülle, Tastatur, Stift und Versicherung (vgl. Tepaße, 2019).

Ein von der Schule ausgesuchter Anbieter bietet den Eltern die Modelle Direktkauf, Leasing oder Finanzierung an. Für den Probejahrgang wird der Förderverein gebeten, einen Teil der Kosten zu übernehmen – nur so kam Tepaße auf 10,-€. Außerdem können finanziell schwächer stehende Familien sich von diesem und vom Schulträger unterstützen lassen. Ca. 15-20 € pro Monat, je nach Anbieter und Marktlage, ist ein deutlich realistischerer Wert von bereits aktiven „Tablet“-Schulen.

Tablets und Apps sind bisher keine anerkannten Lernmittel. Daher muss die Finanzierung selbst organisiert werden – es fehlt die Unterstützung durch die Länder (vgl. Tepaße, 2019).

3 SuS, Eltern und Kollegium bei der Initiierung und Durchführung

  • Partizipation aller beteiligten Gruppen bei Entwicklung des gesamten Prozesses
  • Gemeinsame Arbeitsgruppe (Initiierung), Eltern-Beirat, SuS-Beirat (Durchführung)
  • Regelmäßige Berichte und Evaluationen in etablierten Gremien bei Schule und Schulträger (Initiierung sowie Durchführung)

4 Schulungen für Lehrkräfte

„Bevor mit einer Tablet klasse gestartet werden kann, müssen Lehrkräfte geschult werden und die Möglichkeit bekommen ausreichend Erfahrungen mit den Tools und dem Einsatz der Geräte im Unterricht zu sammeln! Wir haben eineinhalb Jahre lang unsere Lehrer ausgebildet. Das heißt, jeder unserer Lehrer hat auch ein Tablet und hat verschiedenste Fortbildungen durchlaufen. Und das ist so, glaube ich, das Wichtigste. Und diese Fortbildungen laufen immernoch!“ (Tepaße, 2019).

  • 1,5 Jahre Fortbildungen und Einarbeitung als Vorlauf bevor der Unterricht mit Tablets startet.
  • Fortbildungen zu Beginn in großen Gruppen (Initiiierung) als SchiLFs und während der Durchführung als sogenannte Fortbildungssnacks oder Mikrofortbildungen am Vormittag.
  • Jede Lehrkraft kann Kurzfortbildungen anbieten oder in Freistunden an solchen teilnehmen.

5 Aufgabenverteilung

„Es ist schon wichtig, dass einer das Heft in der Hand hat und auch einen Anstoß gibt“, sagte David Tepaße im Interview. Aber er berichtet auch von seinem insgesamt zehn-köpfigen Team, das (bis auf eine Stelle für die Betreuung der Hardware) aus Lehrkräften besteht.

#Aufgabe, FunktionPerson/Stelle
1aRichtungskompetenzSchulleitung
1bKoordination, Leitung, SteuerungSchulleitung
oder 2 Lehrkräfte
2Fortbildungen2 Lehrkräfte
3Kommunikation bei Anfragen von Unterrichtsbesuchen2 Lehrkräfte
4Betreuung pädagogisches Netzwerk (u.a. Schulserver)2 Lehrkräfte
5Lizenzmodelle (Apps & Software)2 Lehrkräfte
6Mobile Endgeräte der SuS
(u.a. Sprechstunde für SuS und LuL)
2 Lehrkräfte,
SuS-Gruppe
7Administration der Tabletklassen2 Lehrkräfte

Außerdem muss bedacht werden, dass bei Anlieferung der Geräte viel Zeit und Personal in die Administration und Verteilung dieser sowie Schulung der SuS im Umgang einberechnet werden muss.

6 Infrastruktur: Technik & Ausstattung

  • Schnelle Anbindung an das Internet am Schulstandort
  • Flächendeckendes WLAN in allen Gebäudeteilen
  • Schulserver (z.B. IServ, PaedML, WebWeaver, etc.)
  • Klassenzimmer:
    • Access Point (WLAN)
    • Ultrakurzdistanzbeamer
      (inkl. fallback/Notfall-Lösung, also stets angestecktes HDMI Kabel)
    • Apple TV
    • Tonausgabe
    • Mobiles Endgerät SuS: Alle SuS der teilnehmenden Klassen werden mit einem Tablet mit Stift, Tastatur und Hülle ausgestattet.
    • Mobiles Endgerät LuL: Jede Lehrkraft der teilnehmenden Klassen werden mit einem Tablet mit Stift, Tastatur und Hülle ausgestattet. Weitere Geräte stehen in einem Pool für Schulungen zur Verfügung.
    • Versicherung: Gruppenversicherung statt teurer Einzelversicherungen ausreichend, da kaum Schäden auftreten.
  • Fachräume
    • Indiviuelle Lösungen, z.B. NW, Kunst/Musik, Sport, Technik

6.1 Mobiles Endgerät

„Für mich ein riesen Argument [für Tablets] ist die direkte Verfügbarkeit von Geräten. Es muss wie ein Buch funktionieren. Wenn ich ein Buch aufschlage oder ein Heft aufschlage, ist das da und ich kann drin arbeiten – ist ein klares Gegenargument gegen alle Laptops, die ich bisher in der Schule kennengelernt habe, weil selbst, wenn die noch hyperperfomant sind, wird das nicht funktionieren, weil das immer wieder eine Hochfahrfunktion hat und die Hardwareanfälligkeit, die dahinter steckt, ist auch groß.“ (Tepaße, 2019)

  • Ähnlichkeit zum Alltagsgerät Smartphone sowie zu Apps ist gegeben.
  • Verfügbarkeit von Apps für den Einsatz in der Schule ist sehr gut.
  • Mobilität von Tablets ist hoch im Vergleich zu Laptops, insbesondere in Bezug auf Akkulaufzeit (weniger infrastrukur bzw. Steckdosen im Klassenzimmer nötig) und Einsatz außerhalb von traditionellen Unterrichtsszenarien.
  • Bericht (Review) zum Lernstick von Quinkenstein [Verweis]

7 Apps & Software

Tepaße (2019): [IServ, ] Explain Everything, Microsoft Office, Good Notes, Team-Shake, Kapiert.de, bettermarks und eine Mindmap-Software (Mehr Informationen zu den Tools gibt es im Audio-Interview: 49:17-51:18 min).

iOS: vorinstallierte Software

€: kosten- bzw. lizenzpflichtige App

OSS: open source software, also freie und kostenlose App

  • Organisation von Noten und Unterricht (nur LuL): TeacherTool (€) und/oder iDoceo (€)
  • Textproduktion: Pages oder Microsoft Office (€), Notizen, IServ
  • Präsentation: Keynote (iOS)
  • Digitale Tafel & Dokumentenkamera: Notizen (iOS), GoodNotes (€) oder Notability (€) oder ExplainEverything (€)
  • Taschenrechner: Geogebra (OSS)

Fächer und Lehrwerke

  • Mathematik: bettermarks (€)
  • Deutsch: kapiert.de (€)
  • Englisch:

8 Vorbeugung von und Umgang mit Problemen

9 Einsatz und Auswirkungen auf Schule und Unterricht

10 Learnings

11 Visionen

12 Weiterführende Links

SAMR-Modell

Lernstadt 2020 Paderborn

Gymnasium Harsewinkel Tabletklassen (stellv. Schulleiter David Tepaße)

Literatur

Tepaße, David. Medienkompetenz Portal NRW. „Best Practice NRW 001: Tabletklassen im Gymnasium Harsewinkel“ (28.02.2019). <https://www.medienkompetenzportal-nrw.de/praxis/best-practice-nrw/best-practice-nrw-001-tabletklassen-im-gymnasium-harsewinkel.html> abgerufen am 03.07.2019.